THE WALL SERIES

An Evening of Solo Works

Noemi Luz | Greta Salgado | Edegar Starke

 Freitag, 9. März, 20:00 uhr


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Komm zu unserer ersten Ausgabe von The Wall Series in den PAUL Studios! Wir sind überwältigt und überglücklich ob der enormen Anzahl talentierter Künstler, die interessiert sind, bei PAUL zu performen! Bei dieser Ausgabe freuen wir uns, drei überragende Künstler*innen vorstellen zu dürfen: Noemi Luz, Greta Salgado and Edegar Starke. Diese Performance-Reihe, die alle zwei Monate stattfindet, lädt Künstler*innen aller Disziplinen ein, ihre Arbeit mit uns zu teilen, ob work in progress oder fertiges Stück - und zwar direct zwischen unserer neuen Faltwand! Die Einnahmen von The Wall Series nutzen wir, um die Kosten unserer neuen Wand zu decken, die diese Serie und alle weiteren möglich macht! Wir sind so glücklich, diese Künstler bei uns zu haben und freuen uns auf euch alle an diesem wunderbaren Abend! 

Doors Open: 19:30

Performance: 20:00

Donations: 5-10euro (Sliding Scale)


The Ugly Truth

Choreographie: Noemí Luz

Komposition: José Tomé

Choreographische Beratung: Niurca Márquez

 Photo: Camilla Greenwell

Photo: Camilla Greenwell

Das Meer hat eine außergewöhnliche Fähigkeit zur Transformation, Reinigung und Regeneration. The Ugly Truth fragt: Haben Menschen dieselbe Fähigkeit, sich selbst zu regenerieren? Wenn unsere Konsumgesellschaft solch zerstörerische Effekte auf die Umwelt  hat, was für physische, emotionale und spirituelle Effekte hat sie auf uns als Individuen? Könnte unser endloses Wegwerfverhalten ein Spiegel unserer Haltung uns selbst gegenüber sein? Und welche Veränderungen unterlaufen wir, wenn wir mit der Wahrheit konfrontiert sind, oder versuchen, uns vor ihr zu verbergen? In diesem Stück untersucht und hinterfragt Noemí Luz die Grenzen zwischen Flamenco und Tanztheater. Sie erforscht das Potential der bata de cola (Schleppenkleid), wenn sie aus ihrem traditionellen Kontext herausgenommen und als theatrales Werkzeug benutzt wird.

NOEMI LUZ

 Photo: Camilla Greenwell

Photo: Camilla Greenwell

Noemí Luz ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die mit Flamenco, Tanztheater und bildender Kunst arbeitet. Sie hat Ballett an der Elmshurst Ballet School und Central School of Ballet studiert und hat ein HNC Diplom in bildender Kunst vom Kensington and Chelsea College. Noemí zog 2007 nach Sevilla, wo sie sich auf traditionellen Flamencotanz und bata de cola spezialisierte, geleitet durch ihre Mentorin, Yolanda Heredia. Noemí gründete mit Magdalena Mannion und Yinka Esi Graves die preisgekrönte Tanzkompanie dotdotdot. Mit dieser trat sie im Februar 2017 beim Festival 'Sampled' des renommierten Sadler's Wells auf.


SOLVING TORSION ALONE

Choreographie: Greta Salgado

Musik: "Reptilian" by Converge

Choreographische Beratung: Silvia Ennis, Constanza Ruiz and Alena Shornikova

 Photo: Martin Salgado

Photo: Martin Salgado

Aggressivität scheint in unserem alltäglichen Sprachgebrauch direkt mit Gewalt und Aggression verbunden zu sein. Dadurch bedingt wird Aggressivität mit einer gewissen Distanz, ja sogar Angst gesehen, doch gleichzeitig ist sie etwas höchst Intimes und die Demonstration ihrer Existenz in uns offenbart ein inneres Ungleichgewicht. Solving Torsion Alone verteidigt die unabhängige Existenz der Aggressivität; das Stück erforscht sie als eine mobilisierende Energie, die als Initiator kraftvoller Bewegung des Inneren und des Äußeren dient und dabei weder eine konkrete Richtung, noch einen Zweck verfolgt und löst sich somit los von der Idee der Aggressivität, die sich bündelt und zielgerichtet zu Gewalt wird. Bei der Arbeit an Solving Torsion Alone hat Greta Salgado zusammen mit dem Aikido-Lehrer, Yannik Zechner, das Konzept von Drehungen im Körper untersucht. Darüber hinaus ging sie in die Kölner Hardcoremusik-Szene, besuchte Konzerte, tauschte sich mit Musikern und Konzertbesuchern aus, hörte zu, beobachtete und nahm aktiv an der Körperlichkeit dieser Szene teil. Mit einem Fokus auf die Aggressivität als eine innere Energie, die für sich selbst steht, ohne weiteren Sinn, als ihre pure Existenz und Manifestation, versteht sich dieses Stück als eine Zelebrierung ebendieser Aggressivität und bearbeitet ihre vielfältigen physischen und situativen Manifestationen.

Greta Salgado

 Photo: Martin Salgado

Photo: Martin Salgado

Greta Salgado Kudrass wurde 1994 in La Coruña in Spanien geboren. Sie wuchs in Südamerika auf und gründete 2013 das Kollektiv "Confundamiento" in Ecuador. Zur selben Zeit war sie Teil des Tanzensembles des Teatro Nacional Sucre in Quito. Im Juli 2017 beendete sie ihr Studium des Zeitgenössischen Tanzes an der Hochschule für Kunst und Musik Köln, wo sie mit Choreographen wie Anna Konjetsky, Shumpei Nemoto, Emmanuel Gat, Rafaelle Giovanola zusammenarbeitete. Derzeit arbeitet sie an ihrer eigenen Forschung. Im Februar 2018 zeigte sie das Stück 'Momentum X-Samples' von Cocoondance am HAU Berlin und ab März ist sie im Rahmen des Residenzprogramms der Tanzfaktur Köln mit Amanda Romero tätig und zeigt ihre Forschungsergebnisse im September 2018.


The Childhood I Kept to Myself

Choreographie: Edegar Starke

Sound: Edegar Starke

Kostümbild: Riccieri Genaro

 

 Photo: Alessandro Sinyus

Photo: Alessandro Sinyus

"Im Rückblick waren die Gegensätze von Sehnsucht nach Zugehörigkeit und dem Gefühl, nicht dazuzupassen immer Teil meines Lebens, ob ich es nun bewusst wahrnehmen konnte, oder nicht. Zerrissen zwischen dem Wunsch, die Anerkennung der Welt zu bekommen, und dem Bedürfnis, ehrlich und wahrhaftig allem gegenüber zu sein, das ich war und das mich umgab, fand ich mich n verschiedensten Räumen wieder, die ich geschaffen hatte, um dieses Dasein möglich zu machen."
"The childhood I kept to myself" ist eine Soloarbeit von Edegar Starke, die sich mit der Vielschichtigkeit eines einzelnen Wesens auseinandersetzt. Das Stück versucht, die Brücke zu schlagen zu Einfachheit, zum Verständnis, dass unsere Verschiedenartigkeiten ein und denselben Körper bewohnen können, ein und dieselbe Welt. In Faszination für die Subtilitäten eines einzelnen Lebewesens und seine wundervolle Fähigkeit zum Austausch versucht diese Körperrecherche, eine wohlwollende Annäherung an die konstante Veränderung, in der wir uns befinden, sodass das Gefühl von Zugehörigkeit sich ausdehnen kann und mehr als nur bestimmte Gruppen und Gemeinschaften erreicht. "The childhoof I kept to myself" bringt uns dazu, unserem Körper aufmerksam zuzuhören, und versucht, einen Weg zu öffnen, sich in Beziehung zu anderen zu setzen, anstatt einander auszugrenzen.

EDEGAR STARKE

 Photo: Alessandro Sinyus

Photo: Alessandro Sinyus

Edegar Starke ist ein brasilianischer Künstler. Als ausgebildeter Schauspieler mit starkem körperlichem Training hat er eine Serie von Tanztheaterprojekten an brasilianischen Schulen mit Kindern und Jugendlichen schwierigster sozialer und wirtschaftlicher Hintergründe entwickelt. Seit 2013 setzt er sich intensiv mit Butoh auseinander.
Im Jahr 2016 begann er, das Moving Bodies Butoh Festival zusammen mit Ambra Gatto Bergamasco zu kuratieren, mit welcher er derzeit auch das Projekt H.O.M.E. (Human Organization of Multi-cultural Experiences) entwickelt, mit dem Ziel, eine multidisziplinäre und interkulturelle Plattform für künstlerische Zusammenarbeit zu entwickeln.